EN Normen für Sicherheitsschuhe, Arbeitsschuhe, Schutzschuhe und Berufsschuhe
eine Vielzahl aller Verletzungen sind im Bereich der Füße. Aus diesem Grund sind Sicherheitsschuhe zwingend vorgeschrieben, da Sie zuverlässig schwere Verletzungen im Bereich der Füße zu vermeiden helfen.
Man unterscheidet verschiedene Gefährdungsarten im Bereich der täglichen Arbeit
- mechanische > durch Umfallen/Herabfallen von Gegenständen, Anstoßen an Gegenständen, Eintreten von Nägeln
- elektrische > durch Berührung spannungsfhrender Betriebsmittel, Funkenbildung infolge elektrostatischer Aufladung
- chemische > durch Säuren, Laugen, Öle, Fette oder Kraftstoffe
- thermische > durch Wärme- oder Hitzestrahlung, glühende oder flüssige Teilchen, Kontaktwärme oder Kälte
Verletzungen, die aus den o. g. Gefährdungen entstehen können, werden durch Sicherheitsschuhe, mit spezifischen Schutzeigenschaften, die zur Arbeitssituation passen, vermieden.
Sicherheitsschuhe müssen der Europäischen Norm EN ISO 20345:2004 entsprechen.
Schutzschuhe müssen der Europäischen Norm EN ISO 20346:2004 entsprechen.
Berufsschuhe müssen der Europäischen Norm EN ISO 20347:2004 entsprechen.
Prüfung von Zehenkappen
In der Vergangenheit, als Stahlkappen die einzigen Zehenkappen auf dem Markt waren, wurden die Hersteller gemäß DIN EN 12568 geprüft und zertifiziert. Schuhhersteller haben gemäß der alten Norm DIN EN 345-1 die Kappen im Schuh geprüft. Heute hat sich der Markt gewandelt. Neben der alt bewährten Stahlkappe findet man nun auch immer häufiger Aluminium- und Kunststoffkappen auf dem Sicherheitsschuhmarkt, die zum Teil neben den herkömmlichen Zehenkappenherstellern auch von den Schuhherstellern selbst entwickelt und produziert werden. Entsprechend hat sich auch die Norm verändert. Nach EN ISO 20345:2004 wird nun die Zehenkappe außerhalb wie innerhalb vom Schuh geprüft. Die Zehenkappen-Norm DIN EN 12568 wurde in die EN ISO – Norm integriert. In allen Fällen werden sowohl ein Fall- als auch ein Drucktest mit jeweils 200 Joule durchgeführt. Die Resthöhe darf im Moment der Krafteinwirkung bezogen auf die Schuhgröße einen in der Norm festgelegten Wert nicht unterschreiten.
Rutschhemmung nach DIN 4843 Teil 100
Die sicherheitstechnischen Anforderungen und Prüfvorgänge Zur Ermittlung der Rutschhemmung bei Sicherheits-, Schutz- und Berufsschuhen sind in Deutschland in der DIN 4843 – Teil 100 festgelegt.
In der oben genannten Norm sind die Prüfvorrichtungen und die Begleitumstände ( Fußbodenbelag und Art der gleit fördernden Mittel) genau festgelegt. Gemessen wird mit Hilfe der „schiefen Ebene“. Eine Testperson wird mit Hilfe eines Gurtes in der Vorrichtung gesichert. Die Laufebene, die mit verschiedenen Bodenbelägen ausgestattet werden kann ( z.B. Stahlplatte / ölverschmutzt), beginnt sich zu neigen. Die Neigung des Bodenbelags wird kontinuierlich erhöht, bis die Person abrutscht. Der Akzeptanzwinkel, bei den die Prüfperson die Grenze des sicheren Gehens erreicht, wird ermittelt. Die Messung wird dreimal durchgeführt. Der Gesamtmittelwert des Akzeptanzwinkels gilt als Bewertungsgrundlage. Erfüllen die Schuhe diese Kriterien, gelten sie je nach Akzeptanzwinkel als rutschhemmend.
Bewertungstabelle:
R1 rutschhemmend: Akzeptanzwinkel von 4° bis 10°
R2 rutschhemmend: Akzeptanzwinkel von mehr als 10°
Gleitsicherheit nach EN ISO 20345:2004
Im Oktober 2004 wurde die neue harmonisierte Norm EN ISO 20344 – 20347:2004 eingeführt und bereits im Jahr 2005 wurden einige PSA-Normen überarbeitet. In dieser Norm EN ISO wird das neue Prüfverfahren zur Ermittlung der Gleitsicherheit ( früher Rutschhemmung) angesprochen. Der Prüfschuh wird dabei in verschiedenen Positionen in ein Messgerät eingespannt und anschließend über die entsprechenden Prüfböden gezogen bzw. gedrückt. Den ermittelten Wert nennt man Rutschkoeffizient (Gleitsicherheitsfaktor = Quotient aus widerstehen (haltenden) und angreifenden (schiebenden) Horizontkräften). Ebenfalls neu ist die Erweiterung der Prüfungen auf unterschiedlichen Bodenbelägen, Metallplatte mit Öl, Metallplatte mit Glycerin, Fliesen mit Wasser, ect.
Genauere Informationen erhalten Sie bei den autorisierten Prüf- und Zertifizierungsinstituten
ESD
Schuhe werden als ESD - Schuhe bezeichnet, wenn der elektrische Durchgangswiderstand nach DIN EN 61340 zwischen 7,5 x 10/5 und 3,5 x 10/7 oder 0,75 wOhm und 35 wOhm liegt.
ESD Schuhe sollten benutzt werden, wenn die Notwendigkeit besteht, eine elektrische Aufladung durch Ableiten der Ladung zu vermindern. Verschmutzungen, Feuchtigkeit und Temperatur können den elektrischen Widerstand beträchtlich verändern.Dem Benutzer wird daher empfohlen, eine Vor-Ort-Prüfung des elektrischen Widerstands regelmäßig durchzuführen. In Bereichen, in denen ESD Schuhe getragen werden, sollte der Bodenwiderstand so sein, dass die vom Schuh gegebene Schutzfunktion nicht aufgehoben wird
Technische Informationen zu Sicherheitsschuhe, Schutzschuhe, Berufsschuhe und Arbeitsschuhe
| Anforderungen |
EN ISO 20345:2004 DIN EN 345 (Sicherheitsschuhe) |
EN ISO 20346:2004 DIN EN 346 (Schutzschuhe) |
EN ISO 20347:2004 DIN EN 347 (Berufsschuhe) |
| Energieaufnahme der Zehenkappe |
SB 200 Joule |
PB 100 Joule |
OB |
Geschlossener Fersenbereich, Antistatik, Energieaufnahme im Fersenbereich |
S1 |
P1 |
O1 |
Wasserdurchtritt Wasseraufnahme |
S2 |
P2 |
O2 |
Durchtrittsicherheit Profilierte Laufsohle |
S3 |
P3 |
O3 |
DIN EN 345 bis 347 weiterhin gültig. EN ISO 20345 bis 20347:2004 gültig seit Oktober 2004
Die Hersteller der Sicherheitsschuhe gehen immer weiter davon ab, S1 Sicherheitsschuhe herzustellen. So werden in vielen Fällen nur noch S1P Sicherheitsschuhe angeboten. Der Mehraufwand ist sehr gering und bietet zusätzlichen durchtrittsicheren Schutz. Die Sicherheitsschuhe werden dadurch wohl etwas
schwerer, was allerdings mit neuen Techniken wie Kevlareinlagen usw. egalisiert wird. Auch geht der Trend der Hersteller von Sicherheitsschuhe vom Bereich S2 in den Sicherheitsschuhe-Bereich S3, da die S3 Sicherheitsschuhe die gleichen Anfordungen, nur mit zusätzlicher Durchtrittsicherheit gewährleisten.
Ebenfalls wird das zusätzliche Gewicht der Sicherheitsschuhe wie oben besprochen durch neue Techniken egalisiert. Auch werden Sicherheitsschuhe immer mehr der modischen Zeit optisch angepasst. So das man heute nicht mehr unbedingt erkennen kann ob es sich um Sicherheitsschuhe, Trekkingschuhe oder Freizeitschuhe handelt.Heute erhalten Sie Sicherheitsschuhe in allen modischen Farben und Trends. Bis vor 15 - 20 Jahren waren diese eben noch in den meisten Fällen schwarz, globig und schwer.
Der Trend allgemein führt zu immer leichteren Sicherheitschuhen. Neue Techniken werden in Zukunft die Sicherheitsschuhe, Arbeitsschuhe und Berufsschuhe noch leichter machen als bisher.
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